|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Der Verstand in dem wir Leben
Von Isa Lüerssen und Beatrix Weyck
Wir können uns durch gesunde Ernährung, durch regelmäßige Bewegung des Körpers und Anregung des Geistes fit halten. Wer jedoch die Architektur seiner Überzeugungen nicht ab und zu gründlich renoviert,
erstarrt in Schablonen und Mustern, die zudem noch meist fremdbestimmt sind. Wir können nur erfahren, was wir selbst für möglich halten. Und dieser Glaube an Möglichkeiten ist nicht schicksalsbestimmt,
sondern unsere eigene kreative Leistung.
|
|
|
|
|
|
"Stell dir vor, du nimmst an einem Kurs teil, dessen Studienmaterial aus deinem eigenen Bewußtsein besteht. Wir sorgen für die Navigationswerkzeuge, eine Landkarte ohne Eintragungen und emotionale
Unterstützung. Es ist nämlich deine Forschungsreise, du bringst dein eigenes Gelände mit.
Der Sinn ist, dir dabei zu helfen, zu der Bewusstseinsebene zurückzukehren, auf der du der wissende, schöpferische Ursprung deiner eigenen Überzeugungen bist.
Schöpferischer Ursprung ist ein müheloser Zustand des Seins. Verwechsle es nicht mit einer Haltung oder Identität, die automatisch und scheinbar ohne Anstrengung dahinplätschert. Der schöpferische
Ursprung ist mühelos, er nimmt alles an und ist undefiniert.
In diesem Zustand des Seins kannst du alles erfahren und innerhalb sehr weit gesteckter Grenzen (vielleicht grenzenlos) alles so verändern, wie du es beschließt. Dies ist der Zustand des Seins, den wir
Avatar nennen. Wir haben ein sehr einfaches und sehr effektives Verfahren gefunden, diesen Zustand zu erreichen. Es kann in wenigen Tagen durchlaufen werden, unter der Anleitung eines ausgebildeten,
erfahrenden Avatartrainers."
|
|
Das Studienmaterial ist unser eigenes Bewusstsein
|
|
|
|
So stellt Harry Palmer, der Begründer des Avatar-Kurses, seine Methode vor. In den siebziger und achtziger Jahren hatte er sie durch ständiges Ausprobieren an sich selbst entwickelt. In seinem Buch "Die Kunst, befreit zu leben“ hat
er diesen Prozess sehr anschaulich geschildert. Seit 1987 präsentiert er den sieben- bis neuntägigen Kurs als ein ausgeklügeltes Lehrsystem und vermarktet ihn weltweit in einer Art Franchise-System - die
Zahl der Kursteilnehmer steigt von Jahr zu Jahr.
Auch ohne Harry Palmer gleich in seiner Denkweise zu folgen, können wir den menschlichen Verstand mit einem Haus vergleichen, in dem wir alles angesammelt haben, was uns in unserem Leben jemals begegnet
ist, was uns zu der Zeit als nützlich oder wertvoll erschien. Alle Räume sind vollgestellt, einschließlich Keller und Dachboden. Im Lauf unseres Lebens wird der freie Raum im Haus immer enger, ja, es
gibt ganze Bereiche, die überhaupt nicht mehr zugänglich sind und andere, die uns unheimlich sind und die wir vermeiden. Schließlich können wir uns nur noch in engen, festgelegten Bahnen bewegen. Das
Leben wird immer anstrengender, die Freiheit ist verloren. Wer Würde in einer solchen Situation nicht den starken Wunsch verspüren, einmal gründlich sauber zu machen, zu entrümpeln und sich von allem
Behindernden und Unnützen zu befreien?
Was unser Gedächtnis betrifft, den Daten- und Programmspeicher unseres Verstandesapparats, machen uns solche Entrümpelungs- und Aufräumaktionen allerdings eher Angst. Die Festplatte aufräumen, das Haus
entrümpeln -okay. Im Haus meines Verstandes aufräumen? - um Himmels Willen, nein! Wir stellen uns darunter eine "Gehirnwäsche" vor, die ein bösartiger Diktator seinen willenlosen Opfern
aufoktroyiert, Bilder von chinesischen Umerziehungslagern oder Geheimquartieren gefährlicher Sekten tauchen assoziativ auf, die Menschen als willenlose Werkzeuge skrupelloser Machtinteressen zeigen.
Warum ist die Notwendigkeit einer regelmäßigen Körperwäsche so weithin akzeptiert, die Notwendigkeit einer regelmäßgen Gehirnwäsche hingegen dermaßen angstbesetzt? Ist uns die Sauberkeit unseres Gehirns
weniger wichtig als die unseres Körpers? Im Zeitalter der Überfütterung mit Informationen und informationsverarbeitenden Programmen drängt sich die Frage geradezu auf, wie wir in unserem überladenen
Gedächtnisspeicher aufräumen können. Eine sorgfältige Untersuchung unserer eigenen Bewusstseinsinhalte auf ihre Nützlichkeit im Hinblick auf unsere Wünsche und Lebensziele samt anschließender
"Reinigung" und "Entrümpelung" müsste doch eigentlich das beste sein, was wir mit unserer Freiheit und Verantwortung anstellen können.
"Der Mensch hat im Durchschnitt etwa 60.000 Gedanken am Tag. Das ist nicht weiter verwunderlich. Etwas beunruhigend ist aber die Tatsache, dass 80% der Gedanken die du heute hast die selben sind
wie die vom Tag davor und vom Tag davor und vom Tag davor...", pflegt Deepak Chopra hierzu auf seine zugleich eindringliche und schmunzelnd ironische Art zu sagen.
|
|
|
|
|
|
Früchte unserer Überzeugungen |
|
|
|
|
|
Jeder, der schon einmal meditiert hat, weiß, wie sehr sich die Gedanken im Kreis drehen können. Woher kommen sie? Sie sind die Kinder unserer Überzeugungen? In den Samenhülsen unserer Überzeugungen reifen
sie heran. Kommt der Wind der Zeit und der Ereignisse und stößt auch nur leicht an diese Samenhülsen, so werfen sie Gedanken ab, die dann durch unser Bewußtsein schweben.
Unsere Überzeugungen über gewisse eigene Unzulänglichkeiten zum Beispiel erzeugen ihnen entsprechende Gedanken ("Das schaffst du nie", "Das ist doch utopisch“) immer genau dann, wenn
wir etwas Außergewöhnliches tun oder erreichen wollen.
Bei dem Versuch, mangelndes Selbstwertgefühl, allgemeine Unzufriedenheit mit sich und der Welt, Depressionen, Kopflastigkeit, Liebesunfähigkeit, Stress, Beziehungsprobleme, psychosomatische Beschwerden
und so weiter zu lindern oder zu beheben, sind vor allem seit den sechziger Jahren viele Methoden entwickelt worden. Zahllose Einzel- und Gruppentherapien haben es sich zum Ziel gesetzt, den Menschen zu
helfen, wieder mit sich in Einklang zu kommen. Leider ist der Erfolg vieler dieser Ansätze kurzlebig, die Euphorie der neugefundenen Freiheit, wenn sie überhaupt erfahren wird, verflüchtigt sich bald. In
anderen Fällen wird eine gewisse Erleichterung erreicht, eine Veränderung der Wahrnehmung, eine größere Akzeptanz. Wovon hängt es eigentlich ab, ob die ersehnte Veränderung stattfindet oder nicht? Du
hast vielleicht dein inneres Kind gefunden, den Urschrei aus dir herausgebrüllt, vergangene Leben besucht, dich bis zur Geburtserfahrung zurückgeatmet, alle Hassgefühle auf deine Mutter an einem Kissen
losgelassen, die inneren Stimmen dargestellt, geweint, gelacht, geschrien, geredet, geschwiegen, getanzt und unglaubliche Erfahrungen gemacht - mit dir selbst und anderen. Du fühlst dich auch besser als
vorher, und dennoch ...
Wie weit eine Methode hilft oder eine Therapie heilt, hängt in allererster Linie davon ab, ob wir beim Aufarbeiten der Situationen und Traumata der Vergangenheit unseren Standpunkt und unsere
Überzeugungen über das Erlebte geändert haben oder nicht. Im Hier und Jetzt, wenn wir leben "wie die Lilien auf dem Felde", gibt es keine Probleme. Wollen wir unser eigenes Bewusstsein
jedoch tiefgreifend und dauerhaft verändern, so müssen wir die aus unserer Vergangenheit stammenden Überzeugungen und Gedankenstrukturen ändern, die die Tendenz haben, uns in einem Kreislauf der
Wiederholung festzuhalten. Wir müssen sie auflösen und durch neue, bewusst gewählte ersetzen.
Vor einiger Zeit wurde in den USA ein Experiment gemacht, in dem man dreijährigen Kindern durch Stimmen aktivierte Rekorder umhängte, die alles aufzeichneten, was zu ihnen gesagt wurde. Das schockierende
Ergebnis war, dass über 70% des Gesagten entweder Begrenzungen waren, wie "Das kannst du nicht", "Das darfst du nicht" oder Kritik an dem, was die Kinder gerade taten. Was für Überzeugungen wird ein Kind sich aufgrund solcher Botschaften aneignen? Und dann wundem wir uns, wenn diese Kinder als Erwachsene immer wieder von Gefühlen der eigenen Unzulänglichkeit oder Wertlosigkeit geplagt werden.
|
|
|
|
|
|
Altern aus Überzeugung |
|
|
|
|
|
Die Macht, die unsere Überzeugungen über uns haben, reicht jedoch weit über unser Gefühlsleben hinaus. Auch unser Körper wird von ihnen bestimmt. Man denke nur einmal an die unterschiedlichen Erfahrungen
des Alterns in verschiedenen Kulturen. Bei Untersuchungen über Lebensbedingungen in Gesellschaften, in denen Menschen auch in hohem Alter oft noch sehr fit sind, in denen selbst hundertjährige noch in
kalten Flüssen schwimmen oder auf Pferden reiten, wurde festgestellt, dass es. dort eine völlig andere Grundeinstellung zum Alter gibt. Man glaubt dort, dass die Menschen mit dem Alter immer besser
werden, weiser und verständnisvoller. Auch Status und Ansehen wachsen mit zunehmendem Alter. Jüngere blicken zu ihnen auf, ja beneiden sie oft sogar. Dort ist das Alter ein Lebensabschnitt, auf den man
sich freut. Man nimmt als alter Mensch weiterhin voll am gesellschaftlichen Leben teil. Überzeugungen von einem Zusammenhang zwischen Alter, Krankheit und Verfall existieren nicht. Vergleicht man damit
die Überzeugungen, die bei uns über das Altem vorherrschen, kann einem angesichts des hiesigen Alterns angst und bange werden.
Deepak Chopra beschrieb einmal ein Experiment, das Mitte der achtziger Jahre an Standford Universität gemacht wurde. Man brachte eine Gruppe siebzigjähriger Menschen für 14 Tage in eine Umgebung, die
völlig an den fünfziger Jahren ausgerichtet war, mit der Auflage, so zu sein, wie sie vor dreißig Jahren waren. Alle Zeitungen und Zeitschriften, die es zu lesen gab, waren aus dieser Zeit, man
diskutierte über Kruschtschow, sah Filme wie "Die Katze auf dem heißen Blechdach“, hörte die Musik dieser Zeit und so weiter. Zu Beginn und am Ende des Experiments wurden Körpergröße, Muskeldichte, Greifkraft, Fingerlänge, Blutdruck und viele andere körperliche Werte gemessen. Das Erstaunliche war, dass schon innerhalb von vierzehn Tagen der Alterungsprozess zurückgegangen war: Fingerlänge, Körpergröße, Greifkraft und Muskeldichte hatten zugenommen, der Blutdruck hatte sich stabilisiert. Menschen, die kaum noch fähig gewesen waren, sich selbst anzuziehen oder selbständig Nahrung zu sich zu nehmen, lehnten plötzlich jede Hilfe ab und bewegten sich ohne Mühe. Viele fühlten sich so energiegeladen, dass sie tanzen gehen wollten. Sie führten angeregte Unterhaltungen bis tief in die Nacht und wurden wieder lebendig. Und das alles nur, weil sie sich in dem Glauben bewegten, sie seien dreißig Jahre jünger.
Es gilt also, die Fähigkeit (wieder) zu erlangen, unseren Verstand als das geniale Werkzeug, das er ist, einzusetzen und ihn handzuhaben, anstatt uns von ihm und seinen alten Programmen handhaben und
beherrschen zu lassen. Leider haben wir für diesen so komplexen Mechanismus keine Gebrauchsanleitung erhalten, wie sie ja schon für das simpelste Haushaltsgerät mitgeliefert wird. Er hat uns entmündigt
und zu Opfern von Programmen gemacht, für die wir uns nie bewusst entschieden haben - oder wir haben uns dafür entschieden und diese Entscheidung wieder vergessen.
|
|
Der Körper, nicht nur das Gefühlsleben, wird von der Macht unserer Überzeugungen bestimmt
|
|
|
|
Wahrnehmungsfilter |
|
|
|
|
|
Das Erkennen und Aufdecken der Überzeugungen, die einer unerwünschten Erfahrung zugrunde liegen, wäre ein erster Schritt in Richtung auf eine Wiederaneignung unseres Verstandes. Die Schwierigkeit bei
diesem Unterfangen ist die Tatsache, dass wir uns vieler unserer tiefsten Überzeugungen gar nicht bewusst sind. Wir haben sie vergessen. Sie sind für uns "transparent" geworden wie eine Brille,
durch die wir die Welt sehen, während wir vergessen haben, dass wir eben diese Brille aufhaben, die unser Weltbild bestimmt. Oder auch wie ein Filter, der unserer Wahrnehmung der Welt und von uns selbst
die Farbe gibt. Er bestimmt, wie wir das, was uns begegnet, einschätzen, bewerten und erleben, meist ohne dass wir uns dieses Filters gewahr sind.
Hier ein paar Beispiele für solche Überzeugungen, die ihren Träger begrenzen, indem sie erst seine Wahrnehmung und daraus folgend sein Tun und Sein einschränken: "Mich zu verändern, fällt mir schwer. "
"Ich bin meinen Lebensumständen, die sich meiner Kontrolle entziehen, hilflos ausgeliefert. " "Ich werde mit zunehmendem Alter schwächer, kränker und kraftloser.
"Bei mir würde das nicht funktionieren. " "Manche Dinge lassen sich nicht ändern. " "So ist es nun einmal. "
"Ich bin hilflos, weil meine Persönlichkeit und mein Charakter im Kindheitsalter geprägt wurden. " "Ich kann nie tun, was ich tun möchte. " "Das Leben ist hart. "
"Nur durch Leiden lernt man. " "Es ist schwer, Geld zu verdienen " und so weiter.
Eine Überzeugung ist transparent, wenn du aus ihr heraus handelst, ohne sie zu bemerken. Transparente Überzeugungen sind selten hilfreich, tatsächlich können sie sogar verhängnisvoll sein. Die meisten von
ihnen führen zur Selbstsabotage. Wir haben sie zu einer Zeit angenommen, in der wir nicht vernunftgemäß denken konnten. Der erste Eindruck, den man von einer transparenten Überzeugung hat, ist ihre
unumstößliche Richtigkeit. So ist das Leben eben! So bin ich nun einmal! Hier ist der Beweis! Dann geschieht etwas Lustiges: Du entdeckst, dass der Beweis für die Richtigkeit einer bestimmten Überzeugung
von dieser Überzeugung selbst hergestellt wird. Ein Muster entfaltet sich.
|
|
Unseren Verstand haben wir leider ohne Gebrauchsanleitung erhalten
|
|
|
|
Affirmationen und ihre Kontrahenten |
|
|
|
|
|
Wenn wir erst mal verstanden haben, dass solche Überzeugungen mit schöner Regelmäßigkeit zu den entsprechenden Erfahrungen führen, was dann wiederum bewirkt, dass die Überzeugungen sich weiter
verfestigen, da wir ja im Laufe der Zeit immer mehr Beweise für ihre Richtigkeit bekommen - wenn wir das doch verstanden haben, warum verändern wir es nicht einfach?
Schließlich sind diese Tatsachen schon seit einigen Jahrzehnten, spätestens seit den Anfängen des "positiven Denkens" , allgemein bekannt, und man hat mehr oder weniger erfolgreich versucht,
neue, bessere, eben positive Überzeugungen über die alten, nicht mehr nützlichen zu stülpen. Wer hat sich nicht schon mal einen Zettel an den Spiegel geklebt mit einer Affirmation wie "Jeden Tag geht es mir besser und besser", und sie brav immer wieder aufgesagt? Hat das wirklich etwas verändert?
Was dabei nämlich passiert, ist, dass wir uns mit jeder Wiederholung dieser neuen Affirmation gleichzeitig auch unsere Zweifel daran und die der Affirmation entgegenstehenden Überzeugungen ins Gedächtnis
rufen. Man würde sich ja nicht einen Zettel an die Wand hängen von etwas, das man sowieso schon glaubt, wie etwa "Ich kann Fahrrad fahren. "
Das Leben wird einem jedoch immer das widerspiegeln, was man wirklich glaubt, und nicht das, was man vorgibt zu glauben.
|
|
Das Erkennen unserer Überzeugungen erfordert ein gewisses Maß an Offenheit und Verletzbarkeit
|
|
|
|
Hungrige Götter |
|
|
|
|
|
Werden meine Überzeugungen durch meine Erfahrungen geprägt? Harry Palmer, der Autor der Avatar-Materialien schreibt dazu in seinem Buch "ReSurfacing": "Denke über folgende Frage nach:
'Werden meine Überzeugungen durch meine Erfahrungen geprägt, oder erfahre ich meine Überzeugungen?' Wenn wir jene Überzeugungen betrachten, die wir aufgrund unserer Erfahrung mit dem Universum bilden
(weil dies oder jenes so und so ist, glaube ich dies oder jenes), stellen wir fest, dass es hier ums Überleben geht. Wir sprechen von unserer Fähigkeit, uns an die Dinge, wie sie nun mal sind,
anzupassen: Eine defensive Lebensweise. Doch das führt uns zu einer weiteren Frage: Wer schuf die Dinge so, wie sie sind? Hier öffnen wir die Bühne für hungrige Götter - Götter, die nichts besseres zu
tun haben als die Menschen zu prüfen, Verführungs-Götter, die ihre Fallen mit Versuchungen spicken und Kreaturen erschaffen, die sich im Kampf gegen eben diese Versuchungen aufreiben. Klingt das
vernünftig, oder gibt es noch eine andere Möglichkeit? Vielleicht erschaffen wir die Dinge so, wie sie sind, steigen in unsere eigenen Schöpfungen hinab und vergessen dann den Weg zurück nach Hause.
Die Strafe für das Akzeptieren des Standpunktes, dass unsere Erfahrung mit der Welt der Ursprung unserer Überzeugungen ist, besteht darin, dass wir Kreaturen werden, die in engen Grenzen gefangen sind
und um ihr Überleben kämpfen. So jagen wir hierhin und dorthin und versuchen herauszufinden, welche Konsequenzen uns umbringen würden und was wir tun könnten, um noch: eine Weile länger zu überleben.
"
Werden meine Erfahrungen von dem, was ich glaube, beeinflusst? Anfangs stehen wir solchen Fragen skeptisch gegenüber, denn sie mischen die Karten irgendwie neu. Es scheint zu einfach zu sein. Dann bringt
uns unsere Neugierde oft doch dazu, ein wenig näher hinzuschauen.
Ja, der Glaube an bestimmte Dinge schafft Normen, anhand derer wir unsere Erfahrungen auswerten. Die Art und Weise, wie wir das Universum erfahren, hat sehr viel mit dem zu tun, wie wir glauben, dass wir
das Universum erfahren werden.
|
|
Manchmal fragt man sich, ob man auf dem Weg der Persönlichen Weiterentwicklung das Ziel schon erreicht hat. Dafür gibt es einen einfachen Test: Hättest du
einen Widerwillen dagegen, das zu erschaffen, was du gerade erfährst? Wenn du zögerst, mit "nein" zu antworten, liegt noch ein gutes Stück Weg vor dir.
|
|
|
|
Das Aufdecken der Hindernisse |
|
|
|
|
|
Transparente Überzeugungen können aufgedeckt werden, indem man sich selbst dazu bringt, sie auszudrücken, und dann einen Schritt zurücktritt, um das, was man gesagt hat, genauer zu betrachten. Sie
verbergen sich oft hinter dem Wunsch, recht zu haben. Deshalb erfordert das Aufdecken solcher Überzeugungen ein gewisses Maß an Offenheit und Verletzbarkeit. Hier ist eine praktische Übung aus der
ReSurfacing-Methode, mit deren Hilfe man solche Überzeugungen aufdecken kann:
Schritt 1
Stelle dir die Frage: „Was möchte ich gerne ändern?“ (Nenne eine konkrete Situation, die du ändern möchtest, wie zum Beispiel deine Angst davor, mit Menschen zu reden, die du nicht kennst.)
Schritt 2
Nachdem du die Situation genau benannt hast, forsche nach den Überzeugungen, die die betreffende Situation geschaffen haben und nach den Erfahrungen, die diese Überzeugungen stärken und die dir die
Gewissheit geben, dass diese Überzeugungen wahr sind, in dem du fragst:
(a) Welche Überzeugung könnte jemand haben, um diese Situation zu erschaffen? (Hier ist es hilfreich, sich eine andere Person vorzustellen, fiktiv oder real, die eine solche Situation erlebt.)
(b) Wie kannst du beweisen, dass diese Überzeugung wahr ist? (Hier findest du Beweise in deinem eigenen Leben.)
(c) Welche andere Überzeugung könnte jemand haben, um diese Situation zu erschaffen?
(d) Wie kannst du beweisen, dass diese Überzeugung wahr ist?
Beispiel:
Die Situation, die ich gerne verändern möchte ist: "Ich weiß nie wirklich, was ich will. "
Frage (a): Welche Überzeugung könnte jemand haben um zu erleben, dass er nie weiß was er wirklich will?
Antwort: "Das, was er will, gibt es nicht. "
Frage (b ): Wie kannst DU beweisen, dass diese Überzeugung wahr ist?
Antwort: "Meine Mutter hat mir als Kind schon gesagt, dass meine Wünsche unmöglich sind. "
Frage (c): Welche andere Überzeugung könnte jemand haben, um zu erleben, dass er nie wirklich weiß, was er will?
Antwort: "Er könnte glauben, dass es gefährlich ist, etwas Eigenständiges zu wollen. "
Frage ( d): Wie kannst du beweisen, dass diese Überzeugung wahr ist?
Antwort: "Das erlebe ich immer. Als Kind bin ich bestraft worden, wenn ich meinen Willen durchsetzen wollte. " Oder: "Kinder müssen gehorchen. Kinder müssen tun, was man ihnen
gesagt hat. " Oder: "Kinder, die was wollen, kriegen was auf die Bollen! "und so weiter.
(c) und (d) werden abwechselnd wiederholt, bis die Hintergründe bewusst werden und eine Erkenntnis gewonnen wird (ein Aha-Erlebnis).
|
|
Kaum zu glauben, was man so alles glaubt!
|
|
|
|
Die Avatar-Methode |
|
|
|
|
|
Mit Hilfe dieser Übung kann man oft überraschende Einblicke in das eigene Bewußtsein gewinnen. Manchmal ist es kaum zu glauben, was man so alles glaubt - aber es gibt ja schließlich die Beweise! Hat man
die transparenten Überzeugungen erst einmal aufgedeckt, kann man einen Schritt zurücktreten und sie von außen betrachten, anstatt sie von innen wieder und wieder zu erleben. Man fragt sich: "Handelt
es sich hier um unumstößliche Wahrheiten, absolute Realitäten, oder habe ich es lediglich mit Überzeugungen zu tun, die nicht mehr konkrete Substanz haben als ein Gedanke?„
Oft sind allerdings weitere Schritte nötig, um sich aus der Verstrickung der eigenen " mentalen Konstrukte zu befreien und zum bewussten kreativen Schöpfer des eigenen Lebens zu werden. Dieser
Aufgabe widmet sich der Avatar-Kurs. Er lehrt einfache, aber höchst wirksame Techniken und Verfahren. Diese ermöglichen es uns, diejenigen Gedankenmuster und Überzeugungen, die wir als einschränkend oder
hinderlich erfahren und die unsere besten Absichten immer wieder sabotieren, mit Leichtigkeit aufzulösen. Anschließend kann man nach eigenem Ermessen bessere und hilfreichere Gedankenstrukturen kreieren
- Dabei stellt sich Avatar keineswegs anderen Ansätzen der Selbsterfahrung und Bewusstwerdung entgegen. Im Gegenteil, es ermöglicht, alle diese Systeme, seien es die Systemische Familientherapie, die
Psychoanalyse, seien es Tantra, Reinkarnationstherapie, NLP, Yoga, Meditation, Reiki oder andere, mit größerem Gewinn zu nutzen und einzusetzen. Man lernt, die Überzeugungen, Glaubenssysteme und
Begrenzungen, die der Erreichung der selbstgesteckten Ziele im Wege stehen, zu diskreieren, aufzulösen. Das Gefühl, mit dem Universum in Einklang zu leben, wird wieder hergestellt. Man beginnt wieder zu
fühlen und die Wirklichkeit ohne Bewertung, Trennung oder Verzerrung wahrzunehmen.
Schließlich bringt uns Avatar zu einer Erfahrung unbegrenzten Gewahrseins. Zu einer Erfahrung des Seins jenseits aller Überzeugungen, jenseits aller Gedankenprozesse in der Stille des unendlichen
Ursprungs. Aus der ewigen Stille des Ursprungs erschafft man einen Augenblick der Existenz nach dem anderen: wie es war, wie es ist, wie es sein wird. Alle Freuden, alle Leiden, alle Möglichkeiten und
alle Begrenzungen manifestieren sich aus dieser Stille, hier und jetzt. Zu verstehen, dass du der Punkt bist, an dem alle Realitäten zusammenströmen, ist wahre Einsicht.
|
|
|
|
|
|
Erschienen in der Zeitschrift connection spezial 29
Seitenanfang
Termine für Avatar-Kurse Teilnehmerstimmen
|
|
|
|
 |
|
Avatar® und ReSurfacing® sind eingetragene Warenzeichen von Star’s Edge Inc., alle Rechte vorbehalten. Partnerlinks: Yogakurse Shiatsu
|
|